
Hartmetallbohrer sind leistungsstarke Schneidwerkzeuge zum Bohren in harte, abrasive oder anspruchsvolle Materialien. Sie zeichnen sich durch ihre Schneidkanten oder -spitzen aus, die aus Wolframkarbid bestehen, einem Verbundwerkstoff, der im Vergleich zu Standard-Schnellarbeitsstahl (HSS) für seine überlegene Härte und Verschleißfestigkeit bekannt ist.
Außergewöhnliche Härte und Verschleißfestigkeit: Wolframcarbid ist deutlich härter als Stahl. Dadurch behalten Hartmetallbohrer viel länger eine scharfe Schneidkante, insbesondere beim Bohren von abrasiven Materialien wie Mauerwerk, Verbundwerkstoffen oder bestimmten Metallen.
Hohe Hitzebeständigkeit: Sie können den hohen Temperaturen, die beim Hochgeschwindigkeitsbohren entstehen, standhalten, ohne ihre Härte zu verlieren (eine Eigenschaft, die als „Rothärte“ bekannt ist). Dies verringert das Risiko einer Überhitzung und eines Ausfalls des Bits.
Sprödigkeit: Hartmetall ist zwar extrem hart, aber auch spröder als Stahl. Dies macht einige Hartmetallbohrer bei unsachgemäßer Verwendung anfälliger für Absplitterungen oder Brüche bei seitlicher Belastung oder Stößen.
Hohe Steifigkeit: Hartmetall hat einen hohen Elastizitätsmodul, was bedeutet, dass es beim Bohren weniger durchbiegt (biegt) als Stahl. Dies ist entscheidend für die Aufrechterhaltung der Präzision und Lochgenauigkeit.
Vollhartmetallbohrer: Der gesamte Bohrerkörper besteht aus massivem Wolframkarbid. Dies sind die steifsten und leistungsstärksten Typen, die typischerweise bei der CNC-Bearbeitung von Metallen (z. B. Stahl, Gusseisen, hitzebeständige Legierungen) und Verbundwerkstoffen verwendet werden. Sie eignen sich hervorragend zum Präzisionsbohren, sind aber auch am sprödesten und teuersten.
Hartmetallbestückte Bohrer: Diese Bits haben einen Körper aus Stahl (für Robustheit und Stoßdämpfung) mit kleinen Spitzen aus Wolframkarbid, die auf die Schneidkanten aufgelötet sind. Dadurch wird die Haltbarkeit von Stahl mit den Strapazierfähigkeiten von Hartmetall kombiniert. Sie sind bei Steinbohrern (z. B. für Beton, Ziegel, Stein) und Holzbearbeitungsanwendungen weit verbreitet.
Bohrer mit Hartmetalleinsätzen (Wendeschneidplattenbohrer): Hierbei handelt es sich um Bohrer mit größerem Durchmesser, die in der industriellen Bearbeitung eingesetzt werden. Sie verfügen über einen Stahlkörper mit austauschbaren, wendbaren Hartmetalleinsätzen. Wenn eine Schneidkante abgenutzt ist, kann der Einsatz gedreht oder ausgetauscht werden, um eine frische Kante zu erhalten, was sie für die Massenproduktion sehr kostengünstig macht.
Metallbearbeitung: Bohren in harte Stähle, Edelstahl, Gusseisen und Nichteisenmetalle in der Fertigung und CNC-Bearbeitung.
Mauerwerk & Bau: Bohren von Löchern in Beton, Ziegel, Stein und Fliesen. (Oft erkennbar als Hammerbohrer mit Hartmetallspitzen).
Holzbearbeitung: Wird zum Bohren von Laminatplatten, Verbundwerkstoffen und anderen abrasiven Holzprodukten verwendet, bei denen HSS-Bohrer schnell stumpf werden würden.
Luft- und Raumfahrt & Verbundwerkstoffe: Unentbehrlich zum Bohren von kohlenstofffaserverstärkten Polymeren (CFRP), Glasfaser und anderen Verbundwerkstoffen, ohne dass es zu Delaminationen kommt.