
Verschleißfeste Legierungen sind eine Materialklasse, die speziell dafür entwickelt wurde, der Oberflächenbeeinträchtigung und dem Materialverlust durch mechanischen Verschleiß standzuhalten. Dieser Verschleiß kann durch Abrieb (Schaben), Erosion (Einwirkung von Partikeln), Adhäsion (Abrieb und Festfressen) und Stöße entstehen.
Ihre Hauptfunktion besteht darin, die Lebensdauer von Industrieanlagen zu verlängern, Ausfallzeiten zu reduzieren und die Betriebseffizienz in anspruchsvollen Umgebungen zu verbessern.
Die Wissenschaft der Verschleißfestigkeit
Verschleißfestigkeit ist keine einzelne Materialeigenschaft wie die Dichte; Es handelt sich um ein komplexes Systemverhalten. Der Schlüssel zur Verschleißfestigkeit eines Materials liegt in seiner Fähigkeit, plastischer Verformung und Bruch zu widerstehen. Dies wird vor allem erreicht durch:
Hohe Härte: Widersteht dem Eindringen und Abrieb harter Partikel.
Kaltverfestigung: Die Fähigkeit, bei Einwirkung oder Belastung an der Oberfläche härter und zäher zu werden (z. B. Hadfield-Manganstahl).
Zähigkeit: Beständig gegen Absplitterungen, Risse und Abplatzungen unter Stoßbelastungen.
Mikrostruktur: Das Vorhandensein harter Karbide (z. B. Chrom-, Wolfram-, Vanadiumkarbide), eingebettet in eine zähe Metallmatrix, ist ein häufiges Merkmal.
Verschleißfeste Legierungen basieren typischerweise auf Eisenmetallen (Eisen und Stahl) oder Nichteisenmetallen, die jeweils auf spezifische Verschleißmechanismen zugeschnitten sind.
| Legierungstyp/Basis | Hauptmerkmale | Gemeinsame Noten/Beispiele | Primäre Anwendungen |
| Martensitische Stähle | Hohe Härte und gute Festigkeit; wird durch Wärmebehandlung (Abschrecken und Anlassen) erreicht. | AR400, AR500, 4140, 4340 | Bergbauschaufeln, Brecherauskleidungen, Planierraupenschaufeln, Verschleißplatten. |
| Austenitischer Manganstahl | „Hadfield Steel“. Extrem zäh und verfestigungsfähig. Beim Aufprall nimmt die Oberflächenhärte dramatisch zu, während der Kern zäh bleibt. | A128 Klasse C, MN13, MN18 | Backenbrecherauskleidungen, Eisenbahnkränze, Gesteinsbohrer, Raupenketten. |
| Weißes Gusseisen mit hohem Chromgehalt | Außergewöhnliche Abriebfestigkeit durch einen hohen Anteil an Hartchromkarbiden. Kann bei Stößen spröde werden. | Ni-Hard, A532 | Schlammpumpengehäuse, Mühlenauskleidungen, Pulverisierwalzen, Strahlanlagen. |
| Hartmetall-Verbundwerkstoffe | Keine monolithische Legierung, sondern ein kritisches verschleißfestes Material. Harte Wolframkarbidpartikel, eingebettet in eine zähe Metallmatrix (wie Kobalt oder Nickel). | Wolframkarbid-Verbundwerkstoffe, Stellit (auf Kobaltbasis) | Auftragsdrähte, Verschleißplatten, Schneidwerkzeuge, Bohrer, Ventilsitze. |
| Kobaltbasierte Legierungen | Hervorragende Beständigkeit gegen eine Kombination aus Verschleiß, Korrosion und hohen Temperaturen (Rothärte). | Stellite, Haynes-Legierungen | Gasturbinenschaufeln, Hochtemperaturventile, Sägespitzen, Motorkomponenten. |
| Nickelbasierte Legierungen | Ähnlich wie Kobaltlegierungen, bietet es eine gute Verschleiß- und Korrosionsbeständigkeit und wird häufig dort eingesetzt, wo Kobalt nicht geeignet ist. | Inconel, Colmonoy | Ausrüstung für die chemische Verarbeitung, Komponenten für die Luft- und Raumfahrt, Aufpanzerungen. |
Diese Legierungen werden nicht immer zur Herstellung ganzer Bauteile verwendet. Sie werden häufig auf kostengünstige Weise zum Schutz eines Grundmaterials eingesetzt:
Gusskomponenten: Das Teil (wie ein Pumpengehäuse) ist vollständig aus der verschleißfesten Legierung gegossen.
Verschleißplatten: Bleche aus gehärtetem Stahl (z. B. AR400) werden auf gefährdete Oberflächen geschraubt oder geschweißt.
Aufpanzerung / Verkleidung: Eine Schicht aus einer verschleißfesten Legierung wird auf die Oberfläche eines günstigeren, härteren Grundmetalls geschweißt oder aufgeschmolzen. Dies ist eine sehr verbreitete und kostengünstige Methode.
Thermisches Spritzen: Eine Schicht der Legierung wird auf die Oberfläche aufgesprüht, um eine verschleißfeste Schicht zu erzeugen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass verschleißfeste Legierungen eine vielfältige und wichtige Materialfamilie sind, die das Rückgrat der Schwerindustrie bilden. Die Auswahl der geeigneten Legierung hängt von einem genauen Verständnis des Verschleißmechanismus (Abrieb, Schlag usw.), der Betriebsumgebung (einschließlich Temperatur und Korrosion) sowie wirtschaftlicher Überlegungen ab.